Haus & Grund Heidelberg

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Jahreshauptversammlung 2017
Jahreshauptversammlung 2017

Nur ein starker Verein wird wahrgenommen


„Die Immobilie hat alle politischen und wirtschaftlichen Krisen überstanden, Investitionen in das Hauseigentum sind als Kapitalanlage gefragter denn je. Und Ihr Verband Haus & Grund Heidelberg hat Sie dabei in den letzten 112 Jahren als ein verlässlicher Partner begleitet“, meinte Vorsitzender Thilo Koch in seinem Eröffnungsstatement bei der Jahreshauptversammlung am 24. April.

MgldVersDer Verein habe in den letzten zehn Jahren den Mitgliederbestand um fast 30 Prozent auf über 5.000 Mitglieder gesteigert. Die damit verbundenen Mehreinnahmen machten es möglich, die Dienstleistungsangebote kontinuierlich zu verbessern. „Das soll auch in Zukunft so bleiben, denn nur ein starker Verein wird wahrgenommen und kann für seine Mitglieder etwas ausrichten“. Vielleicht könne man Beratungen schon bald via Skype anbieten. Auf Landesverbandsebene liege Heidelberg auch 2016 wieder an der Spitze mit 355 Neueintritten, saldiert sind es 156.

Ärger machte in 2016 auf lokaler Ebene besonders die Zweckentfremdungsverordnung, mit der die Vermietung von Ferienwohnungen verhindert werden soll. Nur maximal ein Prozent der Wohnungen in Heidelberg sind davon betroffen, aber viele (schein)heilige Argumente wurden von den Parteien dafür vorgebracht. Die Verordnung wurde mit knapper Mehrheit beschlossen, trotz großem Engagement des Verbandes und ist am 1. Januar in Kraft getreten. „Heidelberg wird weiter die Stadt der Verhinderung sein“, meinte Koch. Einziger Trost sei, dass die bisherigen Vermieter von Ferienwohnungen einen Bestandsschutz erhielten. Immer noch nichts Neues gebe es beim Muster-Einspruchsverfahren gegen die strittigen Wasserbescheide der Stadt. Diese warte auf eine Entscheidung des BVG.

TKochRechtsanwalt Koch ging in seinem Bericht auch auf die anstehende Mietrechtsänderung ein. Neben weiteren Vermieter-Gängelungen soll ein gesetzliches Instrument gegen „Vernachlässigung von Wohnraum“ eingeführt werden. Dem Einsatz des Zentralverbandes sei es zu verdanken, dass das Gesetz bisher nicht beschlossen wurde und in dieser Legislaturperiode auch nicht mehr kommen werde. Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung, den Koch ebenfalls ansprach, müsse neben den ökologischen Gesichtspunkten auch die finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer im Auge behalten. „Neben der Modernisierungsförderung über zinsverbilligte Darlehen und Zuschüssen der KfW sowie den Förderprogrammen des Bundes müssen wieder Abschreibungsmöglichkeiten für diese Maßnahmen geschaffen werden“. Weitere Themen waren die Grundsteuer und das unanständige Vorgehen der Landesregierung bei der Grunderwerbsteuer.

 

Die Finanzen stimmen


BCarlBernhard Carl, der Rechner des Vereins, konnte auch für 2016 wieder von einem erfreulich guten Ergebnis berichten, denn „wir haben die Einnahmen verbessert und die Ausgaben im Griff behalten“. Und deshalb wurde der Abschluss ohne Diskussion einstimmig genehmigt, nachdem die Rechnungsprüfer Dirk Berger und Klaus Zimmermann grünes Licht gegeben hatten. Auch Vorstand und Rechner wurden einstimmig entlastet und der Voranschlag 2017 mit dem gleichen Ergebnis beschlossen.

Auch die Immobilien GmbH war 2016 wieder erfolgreich. Geschäftsführer Anno Werneke sprach sogar vom besten Abschluss. „Wir halten unsere Versprechungen, im Gegensatz zu manchen Maklern, die am Markt sind und zum schlechten Ruf der Branche beitragen“. Deshalb werde die qualifizierte Expertise von den Kunden geschätzt und immer mehr Mitglieder nutzten die Dienste der Gesellschaft.

Dank zu sagen galt es für den ausscheidenden Kassenprüfer Klaus Zimmermann. „Ein zeitaufwendiger und mühsamer Job“, meinte Thilo Koch und „belohnte“ das mit einem flüssigen Präsent. Neu bzw. wieder gewählt wurden Dirk Berger und Frank Schemenauer.

Nebenkosten sind keine Nebensache


AEhret2„In keinem anderen Bereich wird mehr gestritten“, meinte Thilo Koch zum Thema Betriebskosten und übergab damit im öffentlichen Teil der Veranstaltung das Wort an Andreas Ehret. Der Sachverständige für Heiz- und Betriebskostenabrechnungen konnte von vielen ganz erstaunlichen Fällen berichten, in denen Vermieter und Mieter aneinander geraten waren. Meist waren ganz verblüffende Gründe die Ursache: Der Heizkörper war zugestellt, Vorhänge ließen die Wärme nicht in den Raum, Heizkörperventile bzw. Thermostatventile waren defekt oder verschlissen oder falsch angebracht. Manchmal ist es auch die falsche Technik: „Passen Sie auf, dass der Messdienstleister das geeignete Gerät an der richtigen Stelle ansetzt“, ermahnte Andreas Ehret. Auch in Eigentumswohnanlagen gebe es regelmäßig Streit aus ganz verschiedenen Gründen. Kostenverzerrungen sind in großen Liegenschaften oft nur schwer auszumachen aufgrund gravierender Messverluste oder konstruktionsbedingter Installationsfehler. Beim Wasserverbrauch und bei der Heizölabrechnung komme es oft zu Fragestellungen, die nur vom Experten aufzuklären sind. Also insgesamt ein streitbehaftetes Thema, das viele Zuhörer bereits leidvoll erfahren haben, spannend und verständlich vorgetragen von einem Experten.